Moulin Rouge : große Zeiten, berühmte Namen

Im Moulin Rouge folgte eine erfolgreiche Revue auf die nächste. Diese spektakulären Shows und Revuen begründeten in kurzer Zeit seinen legendären Ruf. Als beliebter Verantstaltungsort zog es ein breit gestreutes Publikum zum Fuße des Montmartre-Hügels. Während wir heute vor allem die Revuen und Shows des Moulin Rouge kennen - „Féerie" seit 1999 - war das Cabaret über lange Zeit auch eines der größten Theater Europas und empfing Künstler jeglicher Couleur.

Footit et Chocolat

In den ersten Jahren des Cabarets bildete auch Komik einen wesentlichen Bestandteil der Soiréen im Moulin Rouge. Zirkuskunst zerstreute die Zuschauer während der Abende, die sich ansonsten vor allem um Konzerte und Tanzveranstaltungen drehten. Zu den Künstlern, die es auf die Plakate des Moulin Rouge schafften, gehörten auch „Footit et Chocolat" - ein Top-Act des Cabarets. Dieses Komiker-Duo bestand aus George Footit (1864 - 1921) und Rafael Padilla (1868 - 1917) - ersterer hatte die Rolle des autoritären Weißclowns inne, während letzterer den schwarzen Dummen August gab.

„Le Chocolat" von Henri de Toulouse-Lautrec

Der „Pétomane"

Joseph Pujol (1857 - 1945) - mit bürgerlichem Namen - trat im Moulin Rouge wegen seiner ungewöhnlichen körperlichen Fähigkeiten auf. „ Le Pétomane" war ein Mann, der seine Darmschließmuskeln so kontrollieren konnte, dass er jederzeit in der Lage war willentlich Darmwinde fahren zu lassen - d.h. auf Bestellung zu „furzen". Eigentlich Bäcker von Beruf, hörte Joseph Pujol schließlich auf mit Teig und Brot zu hantieren und begeisterte vielmehr das Publikum im Moulin Rouge. Später ging er als Kunstfurzer mit seinem eigenen kleinen Theater auf Tournée. Er beendete seine Bühnenkarriere bedauerlicherweise zu Beginn des Ersten Weltkriegs.

La Goulue

Louise Weber (1866 - 1929), besser bekannt unter dem Namen „La Goulue" („Die Gefräßige") ist eine der Schlüsselfiguren des Moulin Rouge. Auf einem berühmten Werbeplakat des Moulin Rouge, gemalt von Henri de Toulouse-Lautrec, ist sie abgebildet - zusammen mit Edmé Ètienne Jules Renaudin (1843 - 1907), mit Künstlernamen Valentin Le Desossé („Valentin, der Knochenlose"), bildeten sie ein gefeiertes Tanzpaar. Ihr Künstlername „La Golue" wurde mit French Cancan und den Bällen des Moulin Rouge verbunden. Ihre Auftritte zogen das große Publikum an - nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen künstlerischen Begabung, sondern auch wegen ihrer besonderen Persönlichkeit.

La Goulue

Mistinguetts Einfluß

Jeanne Bourgeois (1875 - 1956) - bekannter unter ihrem Künstlernamen Mistinguett - sang bis zum Jahre 1929 im Moulin Rouge. Sie war bereits ein berühmter Star als sie nacheinander mehrere Erfolgsrevuen im Moulin Rouge produzierte, wie beispielsweise „La Revue Mistinguett". Viele ihrer Stücke prägten die Cabaret-Geschichte, wie z.B. „Ça, c'est Paris" und „On m'suit" im Duett mit Jean Gabin, der später auch ihr Lebensgefährte wurde.

4:30 Stunden
Ab 145,00 €
2 Stunden
Ab 107,00 €

Spektakuläre Fehlschläge

Seit mehr als 120 Jahren bringt Moulin Rouge sowohl Paris als auch seine Besucher zum Träumen, dennoch gibt es einige Episoden in seiner Geschichte, bei denen sich die Zuschauer nicht gerade auf Anhieb begeistern ließen. 1893 wurde der „Bal des Quat'z'Arts" ein unglaublicher Flop. Bei dieser Gelegenheit defilierte eine nackte Tänzerin als „Kleopatra", umgeben von jungen, ebenfalls gänzlich nackten Mädchen, durch das Cabaret - eine Aufführung, die zu einem handfesten Skandal unter der Pariser Bevölkerung führte.

Ein anderes, nicht gerade glanzvolles Ereignis folgte 1927 als die Revue sich um eine riesige Torte drehte, der die Tänzerinnen entsteigen sollten. Unglücklicherweise provozierte die Kombination aus Tortensahne und den Absätzen der Tänzerinnen unfreiwillig komische Rutscheffekte.

Die aktuell im Moulin Rouge gezeigte Show „Féerie" existiert erst seit 1999. Ihre grandiosen Bühnenbilder erlauben dennoch, tief in die Geschichte dieses Cabarets einzutauchen, da viele Elemente der früheren Erfolge wieder aufgegriffen werden.