Abteilung für Islamische Kunst

Abteilung für Islamische Kunst im Louvre

Der Louvre beherbergt zusammen mit dem New Yorker Metropolitan Museum of Art die weltgrößte Sammlung Islamischer Kunst. Die Arbeiten am Erweiterungsbau wurden 2012 beendet und gaben Platz für mehr als 3000 Exponate frei, die Islamische Kunst zwischen Spanien und Indien dokumentieren.

Geburtsstunde einer neuen Abteilung

Die Abteilung für Islamische Kunst wurde im Jahre 2003 gegründet. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts existierte eine Sektion, die den „musulmanischen Künsten" gewidmet wurde. Die Werke wurden nach und nach in die Kunstgewerbesammlung und die Abteilung für Asiatische Kunst aufgenommen. Die Asiatischen Sammlungen werden heute im Musée Guimet ausgestellt. Durch die Umbauarbeiten anläßlich des Grand Louvre Projekts und der Reorganisation des Richelieu-Flügels, der vorher vom Finanzministerium genutzt wurde, konnte der Sammlung schließlich ein eigener Sektor zugeeignet werden.

Die Abteilung für Islamische Kunst befindet sich heute im Cour Visconti. Er wurde durch die Planungen der Architekten Rudy Ricciotti und Mario Bellino neu in Szene gesetzt. Der Hof wird nun tatsächlich von einer Art Gewölbe in Wellenform überdacht, das aus 1 600 Glasdreiecken komponiert wurde - eine Art Referenz und gleichzeitig ästhetischer Gegenpol zur Glaspyramide des Louvre.

2:30 Stunden
Ab 59,00 €
3:30 Stunden
Ab 39,00 €

Zugang zum Cour Visconti

Den Cour Visconti betritt man vom Untergeschoss aus (Ebene -1). Der Eingang befindet sich nicht weit vom Denon-Flügel entfernt, in der Nähe der Griechischen, Etruskischen und Römischen Altertümer. Die Werke sind alle um einen einzigen großflächigen Raum angeordnet - 3 000 qm die der Islamischen Kunst zwischen dem 7. und 19. Jahrhundert gewidmet sind.

5 unverzichtbare Meisterwerke

Bassin - Baptistère de Saint-Louis (Taufbecken von Ludwig dem Heiligen)

Dieses rätselhafte Objekt wird zwischen 1320 und 1340 datiert und trägt den Namen von Ludwig dem Heiligen (Ludwig IX.), denn durch ihn soll es nach Frankreich gelangt sein. Wissenschaftliche Nachforschungen ergaben allerdings, dass das Becken erst nach Ludwigs Lebenszeit entstanden ist. Das Geheimnis um seine eigentliche Funktion und seinen ursprünglichen Besitzer konnte bislang nicht gelüftet werden. Das Becken wurde aus beschlagenem Messing hergestellt, das mit Silber überzogen und mit Gold und schwarzer Paste graviert wurde. Die Details des eingravierten Motivs sind unglaublich fein und machen aus diesem Bassin eins der dekorativsten Objekte der Sammlung - einerseits durch seine pure Schönheit, andererseits durch seine beeindruckende technische Raffinesse.

Wo zu finden : Denon-Flügel, Cour Visconti

Plat au Paon (Schale mit Pfau)

Die Schale mit Pfauenmotiv stammt aus der Türkei und man datiert ihre Entstehungszeit auf das Jahr 1550. Es handelt sich um eine bemalte Schale von 37,5 cm Durchmesser. Sie beeindruckt mit der Schönheit ihrer ornamentalen, pflanzlichen Motive und dem majestätischen Pfau in der Mitte.

Wo zu finden : Denon-Flügel, Cour Visconti

3 Stunden
Ab 25,00 €
1 Tag(e)
Ab 69,00 €

Bouteille au Blason (Flasche mit Wappen)

Diese mit einem Wappen verzierte Glasflasche ist ein vielfarbiges, raffiniertes Objekt. Ursprünglich aus Syrien stammend und auf das 14. Jahrhundert datiert, weist dieses mamlukische Kunstwerk in seinen Motiven auch deutliche chinesische Einflüsse auf Eine Flasche dieser Art von 51 cm Höhe mit mehreren Farben zu fertigen, erforderte die Kunst mehrerer aufeinanderfolgender Einbrennvorgänge.

Wo zu finden : Denon-Flügel, Cour Visconti

Le Lecteur (Der Leser)

Diese Miniaturmalerei, „Le Lecteur" (Der Leser) genannt, stammt aus Usbekistan und wurde dem Museum in den Jahren um 1900 übergeben. Sie stellt einen Literaturliebhaber in Leseposition dar, der noch von anderen Personen umgeben ist. Die Ausführung dieses Werkes in Gouache und Gold auf Papier ist ein beredtes Zeugnis der Kunstfertigkeit und Gelehrsamkeit des Volkes von Buchara.

Wo zu finden : Denon-Flügel, Cour Visconti

Poignard à tête de cheval (Khanjar mit Pferdekopf)

Dieses Objekt wird auf das 17. Jahrhundert datiert. Der Dolch (Khanjar) mit Pferdekopf-Griff stammt aus dem mongolischen Indien. Seine gebogene Stahlklinge ist am Schaft mit Goldmotiven verziert. Sein Griff, der mit faszinierender anatomischer Genauigkeit in Form eines Pferdekopfes gefertigt wurde, besteht aus Jade. Gold und Smaragde sind in das Pferdegeschirr eingearbeitet und runden das luxuriöse Ensemble ab.

Wo zu finden : Denon-Flügel, Cour Visconti

Als jüngste Abteilung des Louvre nimmt die Sammlung Islamischer Kunst erst seit kurzem ihre eigenen Räume in Anspruch. Noch ist sie dem breiten Publikum recht unbekannt, wird aber von letzterem mehr und mehr für sich entdeckt. Es wäre daher nicht überraschend, wenn sich dieser Teil des Museums im Laufe der Zeit zu einem der populärsten entwickeln würde.

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