Die Geschichte des Cabarets Moulin Rouge

Das Moulin Rouge hat im Laufe seiner Geschichte einige Veränderungsphasen durchlaufen. Vom Cabaret mit turbulenten Tanzveranstaltungen zum Theater, Kino und sogar zur Music-Hall mit Tänzerinnen, die gigantischen Torten entstiegen... Die Legende des Moulin Rouge hat sich über viele Jahrzehnte.hinweg aufgebaut. Obwohl es weltweit renommiert und gut bekannt ist, liegt doch einiges aus seiner Vergangenheit außerhalb der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit. Seit mehr als 120 Jahren liegt im Moulin Rouge eine der bedeutendsten Lebensadern des Montmartre. Kurz gesagt : wir stellen Ihnen die Geschichte dieses Pariser Wahrzeichens vor, das zur Zeit fast 600 000 Besucher jährlich empfängt.

Das Moulin Rouge von Eugène Atget

Die ersten French Cancan Tänzerinnen

Das Cabaret Moulin Rouge wurde im Jahre 1889 von Joseph Oller (1839-1922) und Charles Zidler (1831-1897) gegründet. Es wurde am 10. Oktober am Fuße des „Butte Montmartre" (Montmartre-Hügels) eröffnet und sollte als Veranstaltungsort für ein breit gestreutes Publikum dienen. Der Einzug in ein angesagtes Viertel wie das 18. Arrondissement, das noch ländlichen Charme verströmt, sorgt schnell für einen Ruf, der international bekannte Künstler wie Henri de Toulouse-Lautrec oder auch Auguste Renoir anzieht und inspiriert.

4 Stunden
Ab 180,00 €
2 Stunden
Ab 107,00 €

In den Anfangsjahren des Moulin Rouge wollen die champagnerseeligen Abende, bei denen promintente Tänzerinnen auftreten, gar nicht enden. Zu dieser Zeit erblickt auch die berühmte Variante der Quadrille das Licht der Welt, die heute unter dem Namen French Cancan bekannt ist. Das Moulin Rouge serviert den Gästen Getränke, während diese entweder die Shows bewundern oder sogar auf einer eigens eingerichteten Tanzfläche selbst das Tanzbein schwingen. Mit seiner unkonventionellen Architektur und extravaganten Dekoration - darunter ein im Garten aufgestellter Elefant - wird das Moulin Rouge zwangsläufig zum Anziehungspunkt der amüsierwilligen Gesellschaft.

Tanz im Moulin Rouge von Henri de Toulouse-Lautrec

Theater auf Erfolgskurs

Nach einem Brand im Jahre 1915, der das Moulin Rouge beinahe komplett zerstört, wird es erst zehn Jahre später wieder aufgebaut. Mistinguett, die legendäre Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin wird zu dieser Zeit Co-Direktorin des Cabarets und prägt es nachhaltig - einerseits als gefeierter Star der „Revue Mistinguett" und andererseits als Direktorin der Kostümwerkstätten. Ihre Chansons wie „Ça, c'est Paris !" oder „Il m'a vue nue" bleiben untrennbar mit dem Moulin Rouge verbunden, ebenso wie ihr „On m'suit", im Duett mit Jean Gabin.

Als Misinguett das Moulin Rouge verlässt, verfügt das Theater über 1 500 Sitzplätze, wird aber während des Zweiten Weltkriegs in einen modernen Tanz- und Nachtclub umgebaut. Eine Epoche, die viel vom ehemaligen Glanz des legendären Ortes vermissen lässt, obwohl Edith Piaf und Yves Montand 1944 dort auftretren.

4:30 Stunden
Ab 145,00 €
7:30 Stunden
Ab 269,00 €

Wiedergeburt des Moulin Rouge

Erst in den 1950er Jahren wird das Moulin Rouge größeren Renovierungsmaßnahmen unterzogen. Georges France - treibende Kraft des Umbaus - weiht das neu in seinem Glanz erstrahlende Cabaret 1951 in Gegenwart des damaligen französischen Staatspräsidenten Vincent Auriol ein. Sein Ziel ist es, dem Moulin Rouge seinen ursprünglichen Cabaret-Charakter wiederzugeben und spektakuläre Shows mit talentierten Künstlern zu präsentieren, die das Publikum begeistern. Diese neue Ära startet mit einer Aufführung, bei der unter anderem Charles Trenet, Charles Aznavour und Bourvil auftreten.

Moulin Rouge - heute

Neue Shows, die „Revuen" genannt werden, treten in Erscheinung. Große Aufführungen, während derer sich viele Szenen- und Bühnenbilder abwechseln während die Gäste ein Gourmet-Dinner genießen können. Die aktuelle Revue „Féerie", mit 80 beteiligten Künstlern, zeichnet in vielen faszinierenden Bildern vor allem die Geschichte des Moulin Rouge nach. Ein Abend im Cabaret muss im voraus reserviert werden, aber beim Dinieren im prunkvollen Ambiente dieses geschichtsträchtigen Saales, den schon so viele Künstler prägten, merkt man schnell, dass der Abend diese kleine Mühe allemal wert ist.