Napoleon und der Louvre

Besuch im Louvre Ab 43,00 € Mehr Infos

Die Machtübernahme von Napoleon Bonaparte blieb für die französischen Institutionen nicht ohne Folgen. Er hatte den Anspruch, den Louvre zu prägen, indem er ihn zu seinem Museum machte.

Der Louvre-Palast während der Zeit des „Premier Empire" (Ersten Kaiserreichs)

Der Louvre nahm im Jahre 1802 den Namen „Musée Napoléon" an. Sein erster Direktor war Dominique-Vivant Denon, nach dem der heutige Denon-Flügel benannt ist. Er war es auch, dem der Louvre den Status des weltweit größten Museums zu verdanken hat. Napoleon ließ die noch von Künstlern bewohnten Appartements räumen. Die Händler, die die Höfe mit Verkaufsbaracken belegt hatten wurden ebenfalls entfernt, um die Brandgefahr zu minimieren.

Die Partien des Louvre, die der Ausstellung von Kunstwerken dienen sollten, wurden allmählich vergrößert - in dem Maße, in dem neue Säle frei wurden. Das „Musée Napoléon" profitierte außerdem von Schenkungen verschiedener Privatpersonen zu seinen Gunsten.

Einfluss auf die Abteilung Ägyptischer Altertümer

Der Louvre wurde Nutznießer von etwa 50 Kunstwerken, die in direktem Zusammenhang mit den von Napoleon Bonaparte begonnenen ägyptischen Feldzügen von 1768 bis 1810 stehen. Durch diese Aktion sollte Großbritannien der Zugang nach Indien verwehrt werden. Frankreich lag mit Großbritannien im Konflikt und wollte sich der ägyptischen Territorien bemächtigen sowie anderer, noch weiter östlich gelegener Gebiete. Die Feldzüge wurden von einem Team von Wissenschaftlern, Botanikern und Zeichnern begleitet, um Studien in den eroberten Gebieten durchzuführen. Unter den mitgebrachten Objekten befand sich auch der Stein von Rosette, der es Jean-François Champollion ermöglichte, die antiken ägyptischen Hieroglyphen zu entschlüsseln.

Die Kaiserkrönung Napoleon I.

Die Krönung Napoleon Bonapartes zum Kaiser wurde auf einem Auftragswerk des Malers Jaques Louis David festgehalten. Es trägt den Titel „Sacre de l'Empereur" (Kaiserkrönung Napoleons I.) und wurde zwischen 1806 und 1807 fertiggestellt. Sie können das Werk im Denon-Flügel auf Ebene 1 im Saal 75 ansehen.

Ein beeindruckendes Gemälde mit einer Länge von 9,79 Metern und 6,21 Metern Höhe. Der Effekt, den das Gemälde auf die Besucher hat, trifft genau den Erwartungshorizont Napoleon Bonapartes zur Zeit der Auftragslegung.

Napoleon wurde hier während der Zeremonie in der Kathedrale Notre-Dame de Paris am 2. Dezember 1804 dargestellt. Indem er eine Krönungszeremonie in Gegenwart des Papstes organisierte, nahm sich Napoleon ein Beispiel an Karl dem Großen, der im Jahre 800 in Rom zum Kaiser gekrönt wurde. Im Gegensatz zum Karolingerkönig entschied sich Napoleon Bonaparte jedoch, dem Pontifex den Rücken zuzudrehen und sein Gesicht lieber den Zuschauern zuzuẃenden. Er krönte sich selbst bevor er anschließend Josephine krönte. Durch diese Geste bekräfigte er seinen Unabhängigkeitsanspruch gegenüber der Kirche.

Das Gemälde war das Ergebnis langwährender Arbeit. Die Kaiserkrönung wurde von David während des Geschehens zwar genau studiert, aber er ließ dennoch Personen für seine Vorstudien Modell stehen, um den Ansprüchen seines Auftraggebers zu genügen. Ein Modell wurde angefertigt, das es erlaubte, die Szene im Kleinen nachzustellen, damit am Bild während eines ganzen Jahres gearbeitet werden konnte.

Dennoch ist die Darstellung des „Sacre de l'Empereur" nicht so realistisch, wie man meinen sollte. Details wurden hinzugefügt - beispielsweise die Mutter des Kaisers, obwohl sie bei der Zeremonie in der Kathedrale Notre-Dame nicht anwesend war.

Wo zu finden : Denon-Flügel, Hochparterre (Ebene 1), Saal 75

Werke im Louvre, die mit Napoleon I. in Verbindung stehen

Als wichtiger Zeuge der Geschichte Frankreichs besitzt der Louvre einige Werke, die in direktem Zusammenhang mit Napoleon Bonaparte stehen. Zu ihnen zählt beispielsweise in der Abteilung Kunstgewerbe (Richelieu-Flügel, Saal 10) ein Tee-Service, das für die Kaiserin Marie-Louise, zweite Gemahlin Napoleons, angefertigt wurde. Aber auch Kaiserin Josephine wurde nicht vergessen. Eines ihrer Porträts, gemalt von Pierre-Paul PRUD'HON kann im gleichen Saal wie das „Sacre de l'Empereur" besichtigt werden. Im Saal 77 wiederum kann ein Gemälde mit dem Titel Napoléon sur le champ de bataille d'Eylau, le 9 février 1807 ( Napoleon auf dem Schlachtfeld von Preußisch-Eylau) in Augenschein genommen werden. Gemalt von Antoine-Jean Gros, zeigt es Napoleon bei der Besichtigung des Schlachtfelds in Ostpreußen. Verpassen Sie außerdem keinesfalls die Statue des triumphierenden Napoleon, dargestellt in der Pose römischer Kaiser, in der Skulpturenabteilung. Wenn Sie sichergehen möchten, kein wichtiges Kunstwerk zu übersehen, können Sie bereits jetzt online Ihr Ticket für eine geführte Tour durch den Louvre bestellen.

Der Einfluss Napoleons ist im Louvre noch immer spürbar. Der Platz unter der großen Glaspyramide trägt seinen Namen. Mit der Ernennung von Denon zum Museumsdirektor stimmte er auch dem Erwerb vieler Werke zu, die noch heute die Sammlungen bereichern und das Renommee des Louvre prägen.

Informationen zu COVID-19: Aufgrund der Coronavirus-Situation werden unsere Touren bis zum 1. September abgesagt. Buchungen für Touren nach diesem Datum können direkt online vorgenommen werden. Unser letztes Update finden Sie HIER.