Versailles : Die Geschichte des Schlosses

Schloss Versailles war im Jahre 1623 noch weit von dem barocken Meisterwerk der Architektur entfernt, das wir heute kennen - mit seinen mehr als 800 Hektar und 2300 Sälen und Räumen. Bevor die Könige sich im Département Yvelines niederließen, residierten sie im Louvre-Palast, heute das Louvre-Museum oder kurz : der Louvre. Das ehemalige Kinderzimmer Ludwigs XIV. ist heute also ein Museumsaal unter vielen anderen.

Vor Schloss Versailles : ein Jagdgrund

Porträt Ludwigs XIII. von Champaigne

Ursprünglich zeichnete der Vater des Sonnenkönigs, Ludwig XIII. für die Ansiedlung des Königshauses in Versailles veranwortlich. In diesem Wald- und Sumpfgebiet ging der junge König mit seinem Vater Heinrich IV. auf die Jagd. Später fand er mehr und mehr Geschmack daran, seine Zeit in Versailles zu verbringen. Einerseits litt er unter Platzangst und andererseits wollte er sich dem dominanten Einfluss seiner Mutter Maria de' Medici entziehen, die die Regentschaft nach der Ermordung des Königs durch Ravaillac innehatte. Ein erstes Schloss wurde 1623 auf dem Anwesen von Versailles erbaut, um dem König als Unterkunft bei seinen Jagdausflügen zu dienen. Es wurde im Jahre 1631 vergrößert und zu dieser Zeit auch schon mit Barockgärten (französischen Gärten) umgeben und für königliche Spaziergänge ausgestattet. Unglücklicherweise verließ Anna von Österreich, Mutter des Sonnenkönigs, auf Rat von Kardinal Jules Mazarin Versailles als Ludwig XIV. zu regieren begann. So blieb das Schloss unbewohnt, bis der junge König 1660 dort neuerlich Arbeiten ausführen ließ. Dieses Bauwerk wurde dann zum Grundstock für sein eigenes Schloss. Heute umschließt dieser Teil des Baus den Cour d'Honneur (Ehrenhof).

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Bau eines Juwels der französischen Architektur

Während der Herrschaft der Könige Ludwig XIV., Ludwig XV. und Ludwig XVI. wurde Schloss Versailles als Königsresidenz fortlaufend weiter ausgebaut. Die Gärten wurden vergrößert und der Park wurde weiter perfektioniert. Auch die Innenarbeiten im Schloss hörten nicht auf - sei es um die Ausstattung an den Geschmack einer neuen Königin anzupassen oder auch um große Projekte zu vollenden wie die Opéra Royal (Königliche Oper) oder die Chapelle Royale (Schlosskapelle).

Weitere Gebäude gehören zur Schlossdomäne und sollten bei der Beschreibung der Geschichte des Schlosses nicht ausgelassen werden.

Grand Trianon (Großes Trianon)

Das Grand Trianon de Marbre (Großes Trianon) wurde 1687 als Zweitresidenz für den Sonnenkönig erbaut. Später residierten dort Ludwig XV. und Königin Maria Leczinska. Das Petit Trianon dagegen, das von 1761 bis 1768 erbaut wurde, war ursprünglich der Favoritin des Königs, Jeanne-Antoinette Poisson, zugedacht - bekannter unter dem Namen Madame de Pompadour. Später gelangte es in den Besitz von Königin Marie-Antoinette, die es als Rückzugsort vor dem steifen Hofzeremoniell und dem Prunk am Hofe Ludwigs XVI. nutzte. Sie ließ dort unter anderem ein Theater errichten und einen Weiler im Stil eines normannischen Dorfes anlegen.

Petit Trianon (Kleines Trianon)

1789 : ein Wendepunkt

Durch die Französische Revolution wurde das Anwesen von Versailles um 7000 Hektar Parkfläche verkleinert. Es wurde dennoch nicht fallengelassen. Tatsächlich residierte auch Napoleon I. im Grand Trianon und wollte es zu einer kaiserlichen Residenz umbauen - ein Projekt, das zusammen mit seinem Kaiserreich ein Ende fand. Während der Restauration schmiedete Ludwig XVIII. (Bruder Ludwigs XVI.) Pläne, aus Versailles seine Sommerresidenz zu machen. Die Idee wurde wieder aufgegeben, aber sie führte zum Beginn von Restaurationsarbeiten. Napoleon III. seinerseits schuf in Versailles auf Veranlassung von Kaiserin Eugénie einen Ort für Staatsempfänge.

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Zentraler Ort der Diplomatie

Dem Schloss Versailles war nach der Regentschaft Ludwigs XVI. keine Existenz als königliche Residenz mehr beschieden. Dennoch blieb dieser Ort, der Frankreichs Größe repräsentierte, ein symbolträchtiges Wahrzeichen, das immer wieder von den nachfolgenden Herrschern genutzt wurde. Hier, in diesem Zentrum der Diplomatie, sollten mehrere Wendepunkte in Europas Geschichte ihren Ausdruck finden, wie beispielsweise die Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrags im Jahre 1919. General de Gaulle nutzte das Grand Trianon außerdem als Residenz für ausländische Staatsoberhäupter, die zu Besuch in Frankreich weilten. Räume für den Staatspräsidenten wurden ebenfalls auf seine Veranlassung im Schloss eingerichtet.

Die Unterzeichnung des Versailler Vertrags

Seit 1995 wurden Schloss Versailles sowie die gesamte Schlossdomäne für die öffentliche Nutzung freigegeben. Das Publikum kann dieses reiche kulturelle Erbe seitdem ganz frei oder mittels kundiger Führungen entdecken. Regelmäßig finden Events wie die Grandes Eaux Musicales (Große musikalische Wasserspiele) statt oder auch Aufführungen in der Opéra Royale, die den einstigen Glanz der Monarchen von Versailles wieder erstrahlen lassen.

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