Die Kathedrale Saint-Louis in Versailles

Die Kathedrale Saint-Louis de Versailles war ursprünglich eine einfache Kapelle, die als südliches Pendant zu Notre-Dame de Versailles konzipiert wurde. 1740 beschloß Ludwig XV., sie zu einer Kirche umzubauen, die der Kapelle gegenüber liegen sollte. Bis dem Bauwerk der Titel Kathedrale verliehen wurde, verging noch eine beträchtliche Zeit, da ein Teil zunächst noch nicht fertiggestellt war. Erst nach der Französischen Revolution änderte sich ihr Status zur Kathedrale und es fanden einige bedeutende Ereignisse in ihr statt. Der berühmte Ballhausschwur wurde tatsächlich hier erneuert und auch Papst Pius VII. wurde hier am 3. Januar 1805 anlässlich der Krönung Napoléon I. empfangen.

Französisches Nationaldenkmal

Die von Jaques Hardouin-Mansart de Sagonne entworfene Kirche Saint-Louis de Versailles wurde 1906 als Monument Historique (französischer Denkmalschutz) klassifiziert. Ihre Architektur zeichnet sich durch die zwiebelförmige Kuppel von 65 Metern Höhe aus, die zu einer Art Pfeilspitze ausläuft. Das Äußere des Baus wirkt eher klassizistisch, seine Innenräume sind jedoch noch sehr barock gestaltet.

Ihre große Orgel wurde im Juni 1762 eingeweiht. Das Orgelgehäuse, d.h. die Holzkonstruktion, in der die Mechanik untergebracht ist, wurde 1906 unter Denkmalschutz gestellt („Monument Historique" - französischer Denkmalschutz). Die Mechanik der Orgel wurde erst 1961 als „Monument Historique" klassifiziert.

Fotografie der Kathedrale Saint-Louis in Versailles

Typische Architektur des 18. Jahrhunderts

Die Mauern des Kirchenschiffs sind nackt, um nicht von anderen architektonischen Elementen abzulenken, wie den gemeißelten Skulpturen und den Zierleisten. Allerdings weist das Gewölbe des Kreuzschiffs Zierleisten auf, die unvollständig zu sein scheinen. Historiker glauben, dass an der Decke später noch Skulpturen angebracht werden sollten - was jedoch niemals geschah.

Es gibt zwei große Kapellen : Die Chapelle des Catéchismes (Katechismus Kapelle), in der die ionischen Säulen den Zeitgeschmack der Hinwendung zur Antike dokumentieren. Die Chapelle de la Vierge (Kapelle der Jungfrau) ist im Stil des 19. Jahrhunderts eingerichtet und ausgestattet. Korinthische Kapitelle, Gesimse, ein Elfenbeinturm und ein Altar aus Marmor lassen sie sehr imposant wirken.

Ihre Buntglasfenster stammen aus dem Jahre 1853. Sie wurden von den Ateliers Lobin (Tours) und „Laurent et Gsell" (Paris) angefertigt.

Fotografie der Kapelle der Kathedrale von Versailles

Kapelle von Schloss Versailles, Fotografie von David Iliff

Epochensammlung von Kunstwerken

Dank der Unterstützung des Königshauses beim Bau der Kirche von Saint-Louis de Versailles - heute Kathedrale - konnte eine reiche Kunstsammlung angelegt werden. In den Wirren der Französichen Revolution wurde die Sammlung zum Teil verstreut, konnte aber während des 19. Jahrhunderts wieder rekonstruiert werden. Die Gemälde, die biblische Szenen darstellen, stammen von zeitgenössischen Künstlern aus der Zeit des Kathedralenbaus.

„Saint-Pierre tentant de marcher sur les eaux" (Petrus beim Versuch übers Wasser zu laufen) von François Boucher.

Saint-Pierre tentant de marcher sur les eaux" (Petrus beim Versuch übers Wasser zu laufen) von François Boucher.

Auch wenn sie von den Spuren der Vergangenheit gezeichnet wurde, so ist die Kathedrale Saint-Louis de Versailles doch ein Bauwerk, das aus der Tradition des 18. Jahrhunderts hervorging. Dank der Wiederherstellung der Sammlungen und der Einrichtung kann man das Gebäude heute beinahe im Orginalzustand der Zeit Ludwigs XV. erleben.

Das Schloss und der Park von Versailles, die Kathedrale Saint-Louis, das Museum von Versailles : bei Ihrem Besuch in Versailles können Sie den kulturellen Reichturm dieser geschichtsträchtigen Orte entdecken.